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Mein Weg mit der Krankheit meines Bruders, hat mich sehr geprägt
und mich auf meinen Weg der therapeutischen Arbeit gebracht.
Ich bin als älteste von drei Kindern am 08.10.1965 in
Gelterkinden BL geboren. Meine Schwester ist 4 Jahre nach mir geboren. Als
Nachzügler ist mein Bruder 1981 zu uns gekommen. Als er drei Jahre alt war,
wurde bei ihm die Krankheit „Zystische Fibrose“ diagnostiziert.
Zu dieser Zeit war ich mir noch lange nicht bewusst, was das
heisst. Ich war mitten in der Pubertät und wollte mein Leben geniessen. Ich
zog mit 20 Jahren von zu Hause aus und lebte mit meinem damaligen Freund in
Zürich. Zu dieser Zeit ging es meinem Bruder Marco noch gut. Doch war dies
eine sehr schwierige Trennung für ihn, denn wir hatten eine sehr tiefe
Verbindung zu einander.
Mit 22 Jahren ging ich auf Reisen: ich bereiste Zentral-Amerika,
Indonesien, Inselspringen auf den Malediven und entdeckte mein Lieblingsland
Indien.
Marco konnte die Schule nicht beenden, denn er musste 2 Jahre
früher von der Schule, weil die Krankheit seinen lauf nahm.
Ich habe schon auf der Reise durch Mexiko angefangen zu
meditieren. In Indien habe ich Yoga gelernt und von da an täglich
praktiziert. Da die Krankheit von Marco seinen lauf nahm, wurde er und seine
Krankheit zum Mittelpunkt meines Lebens. Ich wollte nach Möglichkeiten
suchen wie ihm geholfen werden kann. denn die Krankheit galt aus
medizinischer Sicht als unheilbar. Ich öffnete mich für den spirituellen
Weg, suchte nach Heilern und Heilmethoden.
Meine zweite Reise nach Indien wurde zu einer spirituellen Reise.
Ich lebte in Indien in Ashrams, morgens und abends meditierte ich und
praktizierte Yoga mit verschiedenen Lehrern. Ich besuchte Heiler und reiste
von Kraftplatz zu Kraftplatz, betete an den heiligen Fluss Ganges für die
Heilung meines Bruders. Ich war der Überzeugung, dass es einen Weg geben
muss, wie meinem Bruder geholfen werden kann. Ich glaubte an Wunder.
Weshalb nicht ein Wunder für Marco.
Ich erfuhr von dem bekannten Heiler Sri Sathya Sai Baba und ging
für 3 Wochen in seinen Ashram. Ich redete mit vielen Menschen, erfuhr von
Spontanheilungen, war tief berührt über die vielen Schicksale der Menschen
die ich traf und erfuhr die unglaubliche Liebesschwingung an diesem Ort.
Doch was mich am meisten berührte, war die Begegnung mit Sai Baba selber.
Ich hatte noch nie jemanden getroffen der so viel Liebe ausstrahlte und
verströmte. In diesem Moment der Begegnung kam ich zu der Überzeugung, dass
nur die Liebe heilen kann.
Ich bat Sai Baba meinen Bruder zu heilen und betete viel für ihn.
Doch leider geschah nichts!
Marco war krperlich nicht in der Lage selber eine Reise nach
Indien zu machen, deshalb hoffte ich auf eine Fernheilung, von der ich auch
dort erfahren habe, dass dies auch schon geschehen sei. Doch leider geschah
nichts bei meinem Bruder.
Als ich wieder zurück in der Schweiz war, besuchte ich
verschiedene Seminare und machte eine Ausbildung in Klangtherapie.
In Indien habe ich auch meinen Mann kennen gelernt. Wir haben
1993 geheiratet.
Im März 1996 ist meine erste Tochter Michèle auf die Welt
gekommen.
Ich habe im gleichen Jahr in Rüthi SG, wo ich damals mit meinem
Mann und meiner Tochter lebte, meine eigene Praxis eröffnet.
Im Februar 1999 ist dann meine zweite Tochter Tamara zur Welt
gekommen.
Für mich ist es das grösste Geschenk in meinem Leben Mutter sein
zu dürfen. Meine Kinder zu begleiten, von und mit Ihnen lernen und wachsen
zu können, geniesse und schätzte ich.
Ende des Jahres 1999 haben mein Mann und ich uns getrennt.
Mit meinen beiden Kindern, meinem Hund und 2 Katzen bin ich nach
Bronschhofen bei Wil gezogen.
Ich habe in Wil eine neue Praxis eröffnet und 3 Jahre als
alleinerziehende Mutter eine nicht sehr einfache Zeit durchlebt. Doch bin
ich Mutter mit Leib und Seele und habe die Zeit mit meinen Kindern trotz
Schwierigkeiten und finanziellen Engpässen über alles genossen.
Die Krankheit meines Bruders schritt vor und die Lungenfunktion
nahm immer mehr ab. Seine Spitalaufenthalte häuften sich immer mehr.
Ich bot in Wil neu auch Klangmeditationen und Seminare in
Klangmassage an. Ich habe durch die Arbeit mit den Klängen meine eigene
Stimme entdeckt und sie immer mehr in meine therapeutische Arbeit
integriert. Ich besuchte Einzelstunden in Stimmbildung und erfuhr immer mehr
wie wirkungsvoll die eigene Stimme sein kann wenn man sie gezielt einsetzt.
Daraus entwickelte sich immer mehr meine ganz eigene Therapiemethode (Klang-
und Stimmtherapie nach Manuela Arcotta). Ich bot eine einjährige Ausbildung
an in Klang- und Stimmtherapie. Die Arbeit machte mir grosse Freude.
In einer meiner Klangmeditationen lernte ich meinen jetzigen Mann
Peter Trachsel kennen. Ich bin so dankbar Ihn getroffen zu haben, denn er
ist der beste Mann für mich.
Er liebt meine Kinder als wären es seine eigenen. Aber auch meine
Kinder haben Ihn von anfang an ins Herz geschlossen. Nun waren wir wieder
eine richtige Familie.
Peter und ich haben angefangen unsere Berufung gemeinsam zu
leben. Wir haben viel Energiearbeit für die Mutter Erde gemacht. Haben
Kraftplätze aktiviert und vernetzt.
Meine Verbindung zu der geistigen Welt nahm immer mehr zu und so
sind wir auch mit Hinweisen aus der geistigen Welt nach Schloss Glarisegg in
Steckborn geführt worden. Unser Auftrag, welchen wir von Erzengel Michael
bekommen haben, lautete: wir sollen den Kraftplatz Glarisegg aktivieren und
ein Ort der Heilung ins Leben rufen. Im Mai 2003 sind wir nach Steckborn
gezogen. wo wir den Auftrag oder die Vision auch tatsächlich verwirklichen
konnten, in dem wir grosses Vertrauen in die Geistige Führung hatten und
unmögliches möglich wurde.
Nur die Heilung meines Bruders Marco nicht!
In Marcos Leben wurde das Thema Lungentransplantation
unumgänglich, denn dies war für ihn die einzige Hoffnung, sein Leben zu
verlängern.
Er kam auf die Warteliste und hoffte auf einen Spender.
Peter und ich haben unsere Firma „Quelle-der-Einheit“ gegründet
und unsere gemeinsame Praxis in Steckborn eröffnet. Am 18.November 2005
haben Peter und ich geheiratet.
Marcos zustand wurde immer schlechter.
Meine Familie und ich haben viele Stunden im Spital an Marcos
Seite verbracht, haben ihm Mut gemacht und viele Behandlungen gegeben. Wir
haben geredet über Angst, Dankbarkeit, Liebe, Hoffnung, über den Tod und was
danach kommt. Wir haben gelacht und geweint. Marco konnte nur noch mit Hilfe
der Sauerstoffmaschine atmen.
Am 27. Dezember 2006 war es dann so weit, Marco erhielt sein
grosses Geschenk, er bekam seine neuen Lungen gespendet.
Die Operation verlief gut. Wir verbrachten die ganzen
Weihnachtsferien im Unispital in Zürich und unterstützten Marco
therapeutisch und mit unserer Liebe in seiner Genesungsfase. Marcos Körper
schaffte es die Lungen anzunehmen.
Wir waren alle total Glücklich, endlich konnte es bergauf gehen.
Wir haben uns nach dieser intensiven Zeit mit meinem Bruder
wieder mehr unserem Leben gewidmet. Ich habe viel gelernt in dieser Zeit der
Begleitung.
Ich habe zu meinem Glauben gefunden und wurde gestärkt. Ich habe
gelernt, dass ich Kanal bin für die Göttliche Liebe, Heilkraft und Weisheit.
Deshalb liegt die Heilung ganz in Gottes Händen und es geschieht nicht das
was ich möchte, sondern das was dem Göttlichen Plan und der Seele diese
Menschen entspricht. Das war für mich nicht immer einfach zu akzeptieren,
oft nahm ich mich noch viel zu wichtig. Ich lernte Demut und Hingabe. Ich
lernte zu beten und Gottes Wille anzunehmen.
Je mehr ich in mein Herz kam, kam die Liebe zu mir, entdeckte ich
dass Gottes Wille auch meinem Seelenwunsch entsprach. Aber nicht dem Willen
meines Egos.
Und so kam es, ein Jahr nach der Transplantation, dass mein
Bruder die erste grosse Abstossung seiner Lungen hatte. Er musste wieder ins
Spital - ein grosser Schock für alle.
Ich sehe Ihn noch vor mir, wie er meine Hand hielt und weinte.
Mit dieser Abstossung war seine Lunge schon wieder angeschlagen.
Der schlimmste Fall trat ein, denn aus dieser Abstossung entstand
eine chronische Abstossung. Die Ärzte versuchten alles Mögliche, die
Abstossung zu stoppen, doch es gelang nicht.
Marco wurde von meinen Eltern bis zu letzt daheim liebevoll
gepflegt.
Er verstarb am 10.02.2009 im Unispital in Zürich. Meine Eltern,
meine Schwester und ich, und Marcos beste Freunde durften auf der
Intensivstation an seinem Sterbebett bei Ihm sein bis er erlöst wurde.
Meine tiefsten Erfahrungen in meinem Leben waren die Geburt
meiner beiden Töchter und der Tod meines Bruders.
In Liebe
Manuela Arcotta – Trachsel
28.05.2009
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